Der Bürgerturm

Ein Symbol für Freie Software im Herzen Berlins

Update: Wie es scheint, war das Projekt zu ehrgeizig für die Gruppe, die
sich darum gefunden hatte, und auch die FSF Europe hatte keine ausreichenden
freien Kapazitäten, um die Betreuung dieses Projekts übernehmen zu können.

Dennoch bleibt die Idee interessant und daher werden auch diese Seiten
weiterhin verfügbar bleiben.

Sollte jemand Interesse haben, diese Idee wieder aufleben zu lassen, so
ist die FSF Europe sicherlich an einer Kooperation interessiert.

Die Vision des Bürgerturms für Freie Software

Der Platz des alten Stadtschlosses, direkt neben dem Palast der Republik und in unmittelbarer Nähe des Opernplatzes, ist einer der zentralsten und symbolträchtigsten Plätze Berlins.

Die Vision des Bürgerturms ist, auf diesem Platz ein Gebäude für die Bürger durch die Bürger als sichtbares Zeichen einer lebendigen Bürgergesellschaft errichten zu lassen. Dieses Gebäude soll in seiner Gesamtheit von der Architektur über den Nutzungsplan bis hin zur Nutzung selber offen, freiheitlich und partizipativ sein.

Ziel ist, ein lebendiges Forum zu schaffen, das allen gleichermaßen zur Verfügung steht.

Es wird Orte der Vergnügung sowie Orte der Besinnung geben. Das Gebäude beherbergt Veranstaltungen ebenso wie kleine Treffen, Restaurants ebenso wie Galerien, Geschäfte ebenso wie Vertretungen der vielfältigen Organisationen, die eine Demokratie bereichern.

Der Bürgerturm soll 24 Stunden am Tag mit Leben gefüllt sein. Damit ist der Bürgerturm die erfahrbare Verkörperung des Gedankens Freier Software.

Freie Software steht für die Freiheit der Bildung, der Meinung, des Wissens und der Teilhabe am Informationszeitalter. Das gleichberechtigte Miteinander, das "gemeinsam können wir es schaffen", ist einer der zentralen Inhalte sowohl von Freier Software als auch des Bürgerturms.

Für seine Realisierung setzt der Bürgerturm auf innovative Verfahren mit dem Ziel, eine größtmögliche Interaktivität zu erreichen. Daher wird das Internet mit seinem außergewöhnlichen Potential an interaktiver Vernetzung eine wesentliche Rolle im Entstehungsprozess spielen.

Da sich durch die Entstehung des Bürgerturms neue Aufgaben stellen, die in dieser Form bisher nicht zu lösen waren, wird auch die Entwicklung neuer Software ein Teil des Bürgerturm-Projektes sein.

Die Aufgaben, die sich dabei stellen, sind nicht trivial, so wird nicht nur eine interaktive Webseite im Sinne eines Netzwerkes aus Diskussionsforen benötigt, auch die Architektur und Nutzungsplangestaltung sollen interaktiv und online geschehen.

Um sein Ziel erreichen zu können und im Sinne seiner eigenen Botschaft setzt der Bürgerturm dabei auf Freie Software und freie Formate. Auch gerade Software, die eigens für den Bürgerturm entwickelt wird, wird wieder als Freie Software unter der GNU General Public License herausgegeben werden.

Das Virtuelle und das Reale werden beim Bürgerturm eng miteinander verbunden sein und wenn der reale Bürgerturm mit Leben gefüllt wird, soll diesem auch ein virtueller Bürgerturm zur Seite stehen, der unmittelbar und direkt mit ihm verbunden und in ihn eingebettet ist.

Da Software zumeist sehr abstrakt und für viele Leute sehr schwer zugänglich ist, bietet sich durch den Bürgerturm die Gelegenheit, ihr ein reales, haptisches und erfahrbares Gegenstück zu schaffen, daß die Ideale Freier Software auch den Menschen ohne besonderen Zugang zur Technik erfahrbar und begreiflich machen wird.

Und schließlich ist der Bürgerturm insofern Freie Software, als er hofft, ähnliche Projekte überall in der Welt anzustossen, so daß eines Tages Bürgertürme so selbstverständlich zum Stadtbild gehören wie auch Rathäuser.

Natürlich mag dies momentan noch sehr utopisch klingen, doch als das GNU-Projekt 1984 damit begann, eine Unix-Implementation auf Basis Freier Software zu schaffen, wirkte es weniger realistisch und durchführbar als der Bürgerturm heute, denn das Klima ist günstig.

Weil Freie Software so in noch nie dagewesener Art und Weise sichtbar und für die Menschen erfahrbar wird, unterstützt die FSF Europe den Bürgerturm bereits seit der frühesten Idee und beteiligt sich personell an seiner Konzeption.