Free Software Academy
christian.schwarzinger
|23. enero 2007
|Rahmenbedingungen:
Das Schul- und Bildungssystem ist der Battleground schlechthin, wo
der Kampf um freie Software ausgetragen werden muss. Hier rekrutiert
sich die nächste Generation von Nutzern, Lehrern und Entwicklern
von Software.
Während die Umstellung / Umschulung von
Personen, welche schon seit Jahren auf die Welt proprietärer
Software konditioniert sind, einen typischerweise hohen Energie- und
Überzeugungsaufwand bedeutet, wächst die nächste
Generation spielerisch in das Freie Software Paradigma hinein. Sie
lernt dieses im Sinne der eigenen Freiheit zu nutzen und wird einen
wertvollen Beitrag zur Bewahrung und weiteren Verbreitung freier
Software leisten. Nachhaltiger gesellschaftlicher Wandel kann auf
diese Weise erreicht werden. Im Sinne eines Generationenvertrages der
gesellschaftlichen Verantwortung kann gesagt werden: Wir ernten, was
wir sähen.
Ziel:
Ziel ist es ein Gegengewicht zu proprietärer Software an den
Schulen herzustellen. Sowohl Lehrer als auch Schüler sollten die
Wahl zwischen Freier und proprietärer Software haben. Am Ende
der Bemühungen soll eine Free Software Academy als Gegengewicht
zu den Microsoft Academies und ähnlichen Einrichtungen und als
Proof of Concept für das weitere Vorgehen entstehen.
Eine
Free Software Academy zeichnet sich im Besonderen dadurch aus, dass
die Schule durch eine kooperative und offene IT-Plattform unterstützt
wird, welche die Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern und
Schulen fördert. Fakt ist, dass gerade die IT-Ebene die
operativen Rahmenbedingungen einer Organisation prägt. Durch
eine leistungsfähige IT nach dem Paradigma / Spirit Freier
Software soll auch die inhaltlich, pädagogisch und didaktisch
dringend notwendige Reform des Schulsystems vorangetrieben werden.
Technische Ebene:
Wichtig für Lehrer ist, dass die Software einfach zu installieren, warten und bedienen ist. Bei der Auswahl, Konfiguration und Support der Software wird Hilfe von Experten benötigt. Es soll möglich sein, fertige Distributionen für den Bildungsbereich zur Verfügung zu stellen. Eine Evaluierung von Edubuntu, Eduplone und Open School Server erscheint sinnvoll. Insbesondere Eduplone bietet neben Tools zur Erstellung, Beschlagwortung und Vernetzung von Lerneinheiten mit eXam ein Modul zur Automatisierung von Prüfungen. Grundsätzlich empfiehlt sich bei dem Projekt dort anzusetzen, wo bestehende E-Learning Plattformen versagen.
Inhaltliche Ebene:
Moderner Unterricht bedingt die gemeinsame Erarbeitung des
Lernstoffes in Form einer Gruppenarbeit. Technisch kann dies z.b.
durch ein Wiki unterstützt werden. Prüfungsfragen können
pro Artikel z.B. von Schülern der nächsten Klasse gemeinsam
mit dem Lehrer erarbeitet werden. Die zentralsten Prüfungsfragen
können gemeinsam mit den Antworten als FAQ für die
Aufbereitung des Stoffes verwendet werden. Eine Antwort kann als
Zusammenfassung eines Artikels aus der Sicht einer bestimmten
Fragestellung aufgefasst werden.
Das Lernmaterial ist so ständig
wachsend und wird im Schulbetrieb aktualisiert. Lehrer können
jedes Jahr neue Aspekte der zentralen Stoffthemen mit Schülern
gemeinsam erarbeiten. Tests können aus einer Menge von
Prüfungsfragen automatisch erstellt werden. Parameter dazu sind
Schwerpunkt und Schwierigkeitsgrad. Im Fall standardisierbarer
Antworten (z.B. Multiple Choice Test) kann die Auswertung
automatisiert erfolgen. Eine Beurteilung kann integrativ anhand von
Tests und der Beteiligung an Gruppenarbeiten erfolgen. Die
Beurteilung im subjektiven Klassenkontext kann z.B. durch
multidimensionale Auswertungs-Tools unterstützt werden.
Die
Vernetzung des Contents und die multiperspektivische Aufbereitung
unterstützt interdisziplinäres Lernen und Lehren. Das
System kann auch zur Partizipation mehrerer Schulen mit
unterschiedlichen Schwerpunkten an gemeinsamen Projekten genutzt
werden. Es entsteht ein kollaboratives E-Learning Material als Teil
einer EduPedia.
ToDo:
Um das Ziel zu erreichen, sollten Akteure folgende Akteure zusammenfinden und aus Ihren spezifischen Sichtweisen gemeinsam und integrativ Lösungsvorschläge erarbeiten:
Lehrer
Schüler
Freie Software Experten
Folgende Vorgangsweise bietet sich an:
Vernetzung zwischen interessierten und engagierten Freie-Software-Experten, EDV-Lehrern und Schülern
Schaffung einer Projektgruppe zur Diskussion der Probleme des Status Quo.
Schaffung einer Steuerungsgruppe zur Koordination der Aktivitäten der Projektgruppe. Diese sollte paritätisch besetzt sein.
Diskussion von Lösungsmöglichkeiten innerhalb der Projektgruppe.
Beschaffung der nötigen Geldmittel (Förderungen) zur Umsetzung.
Umsetzung in Form eines Pilotprojektes an ein bis zwei Schulen.

