Free Software Academy

Rahmenbedingungen:

Das Schul- und Bildungssystem ist der Battleground schlechthin, wo der Kampf um freie Software ausgetragen werden muss. Hier rekrutiert sich die nächste Generation von Nutzern, Lehrern und Entwicklern von Software.
Während die Umstellung / Umschulung von Personen, welche schon seit Jahren auf die Welt proprietärer Software konditioniert sind, einen typischerweise hohen Energie- und Überzeugungsaufwand bedeutet, wächst die nächste Generation spielerisch in das Freie Software Paradigma hinein. Sie lernt dieses im Sinne der eigenen Freiheit zu nutzen und wird einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung und weiteren Verbreitung freier Software leisten. Nachhaltiger gesellschaftlicher Wandel kann auf diese Weise erreicht werden. Im Sinne eines Generationenvertrages der gesellschaftlichen Verantwortung kann gesagt werden: Wir ernten, was wir sähen.

Ziel:

Ziel ist es ein Gegengewicht zu proprietärer Software an den Schulen herzustellen. Sowohl Lehrer als auch Schüler sollten die Wahl zwischen Freier und proprietärer Software haben. Am Ende der Bemühungen soll eine Free Software Academy als Gegengewicht zu den Microsoft Academies und ähnlichen Einrichtungen und als Proof of Concept  für das weitere Vorgehen entstehen.
Eine Free Software Academy zeichnet sich im Besonderen dadurch aus, dass die Schule durch eine kooperative und offene IT-Plattform unterstützt wird, welche die Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern und Schulen fördert. Fakt ist, dass gerade die IT-Ebene die operativen Rahmenbedingungen einer Organisation prägt. Durch eine leistungsfähige IT nach dem Paradigma / Spirit Freier Software soll auch die inhaltlich, pädagogisch und didaktisch dringend notwendige Reform des Schulsystems vorangetrieben werden.

Technische Ebene:

Wichtig für Lehrer ist, dass die Software einfach zu installieren, warten und bedienen ist. Bei der Auswahl, Konfiguration und Support der Software wird Hilfe von Experten benötigt. Es soll möglich sein, fertige Distributionen für den Bildungsbereich zur Verfügung zu stellen. Eine Evaluierung von Edubuntu, Eduplone und Open School Server erscheint sinnvoll. Insbesondere Eduplone bietet neben Tools zur Erstellung, Beschlagwortung und Vernetzung von Lerneinheiten mit eXam ein Modul zur Automatisierung von Prüfungen. Grundsätzlich empfiehlt sich bei dem Projekt dort anzusetzen, wo bestehende E-Learning Plattformen versagen. 

Inhaltliche Ebene:

Moderner Unterricht bedingt die gemeinsame Erarbeitung des Lernstoffes in Form einer Gruppenarbeit. Technisch kann dies z.b. durch ein Wiki unterstützt werden. Prüfungsfragen können pro Artikel z.B. von Schülern der nächsten Klasse gemeinsam mit dem Lehrer erarbeitet werden. Die zentralsten Prüfungsfragen können gemeinsam mit den Antworten als FAQ für die Aufbereitung des Stoffes verwendet werden. Eine Antwort kann als Zusammenfassung eines Artikels aus der Sicht einer bestimmten Fragestellung aufgefasst werden.
Das Lernmaterial ist so ständig wachsend und wird im Schulbetrieb aktualisiert. Lehrer können jedes Jahr neue Aspekte der zentralen Stoffthemen mit Schülern gemeinsam erarbeiten. Tests können aus einer Menge von Prüfungsfragen automatisch erstellt werden. Parameter dazu sind Schwerpunkt und Schwierigkeitsgrad. Im Fall standardisierbarer Antworten (z.B. Multiple Choice Test) kann die Auswertung automatisiert erfolgen. Eine Beurteilung kann integrativ anhand von Tests und der Beteiligung an Gruppenarbeiten erfolgen. Die Beurteilung im subjektiven Klassenkontext kann z.B. durch multidimensionale Auswertungs-Tools unterstützt werden.
Die Vernetzung des Contents und die multiperspektivische Aufbereitung unterstützt interdisziplinäres Lernen und Lehren. Das System kann auch zur Partizipation mehrerer Schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an gemeinsamen Projekten genutzt werden. Es entsteht ein kollaboratives E-Learning Material als Teil einer EduPedia.

ToDo:

Um das Ziel zu erreichen, sollten Akteure folgende Akteure zusammenfinden und aus Ihren spezifischen Sichtweisen gemeinsam und integrativ Lösungsvorschläge erarbeiten:

  • Lehrer

  • Schüler

  • Freie Software Experten

Folgende Vorgangsweise bietet sich an:

  • Vernetzung zwischen interessierten und engagierten Freie-Software-Experten, EDV-Lehrern und Schülern

  • Schaffung einer Projektgruppe zur Diskussion der Probleme des Status Quo.

  • Schaffung einer Steuerungsgruppe zur Koordination der Aktivitäten der Projektgruppe. Diese sollte paritätisch besetzt sein.

  • Diskussion von Lösungsmöglichkeiten innerhalb der Projektgruppe.

  • Beschaffung der nötigen Geldmittel (Förderungen) zur Umsetzung.

  • Umsetzung in Form eines Pilotprojektes an ein bis zwei Schulen.

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Comentarios

Is this project still alive?

Hi, I am wondering what happened with this project after the initial blog entry was made. How about a link to this page in the Forums/Advocacy to attract more Fellows?

Protest: "Gleichgewicht zwischen Proprietärer und FS"

Ich hielte es durchaus für erstrebenswert, 100 Prozent Freie Software in den Schulen einzusetzen.... Warum denn mit Steuergeldern proprietäres Gedankengut fördern??;-)

academy/advocacy

Hello Christian, from the little I understand German, I think your project fits into the Advocacy idea. I'd be very happy to help you with your group. I'm on jabber.fsfe.org and on the discussion mailing list if you want to discuss your idea and promote it further. Bye
stefano

Förderungen

wenn ihr ein Projekt für Schüler/innen machen wollt und es vielleicht auch mit der Leher/innen Fortbildung und Bildungsstandards in Verbindung bringen könnt (Buzzword Bingo ;-)) dann kann ich euch empfehlen euch ans Projekt IMST bzw. die IMST-Fonds zu wenden:
http://imst.uni-klu.ac.at/7_zentrale_massnahmen/mni/schwerpunkte/s1/schwerpunktbeschreibung/

Ziel des ganzen sind Akademische Forschungarbeiten über gute Ideen für den Schulunterricht. Momentan wird (danke PISA) sehr viel Geld für die Erforschung von neuen Unterichtstechniken und Standards vom bmb:wk in die Forschung gepumpt.

Leider ist es aber auch so, dass das bmb:wk (soweit ich weis) einen großen Vertrag mit MS hat und deshalb Windows für die einzelnen Schulen gratis ist.

Gute Idee

Ich würde die Ausweitung des Fokuses vorschlagen:
In der Lehrerausbildung an den Unis könnte man bestimmt auch Inhalte, die Freie Software betreffen, platzieren.

Ad: Was ist das

Ein Ideenpapier, wie es beim letzten Treffen der FSFE-Gruppe Wien im Metalab diskutiert wurde. Es wäre schön, wenn sich daraus ein konkretes Projekt entwickeln würde. Dies ist in Vorbereitung. Anregungen, Wünsche, Feedback und Unterstützung willkommen. Weitere Infos folgen....

Interessant

Ein interessanter Text. Was ist das?
Eine Absichtserklärung? Eine Idee? Ein bereits bestehendes Projekt?

Googeln nach Free Software Academy brachte nur Diskusionen auf englischsprachigen Mailingslists, in denen es um dasselbe Konzept ging.

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