Treuhänderische Lizenzvereinbarung (FLA)
Was ist die FLA?
Die Treuhänderische Lizenzvereinbarung (FLA) ist eine Urheberrechtsabtretung, die es einer Rechtspersönlichkeit erlaubt, den gesamten für ein Projekt erstellten Code zu schützen, indem das Urheberrecht (oder das exklusive Verwertungsrecht) zusammengeführt wird. Dies wirkt der Fragmentierung des Urheberrechts entgegen.
Dadurch wird es den Projekten erlaubt, ihre rechtliche Wartbarkeit zu wahren, indem die Möglichkeit der Relizenzierung gewahrt wird und die Rechte, die benötigt werden, um Lizenzen gerichtlich durchzusetzen, in ausreichendem Maße gesichert werden. Auch die abtretende Partei verliert nicht ihr Recht am Code, da die FLA die Rückgabe des uneingeschränkten Nutzungsrechts an den Autor/die Autorin beinhaltet. Dem Treuhänder wird durch die FLA ebenfalls eine Gruppe von Richtlinien auferlegt. Sollten er diese Richtlinien brechen, erlöschen alle ihm erteilten Bewilligungen und Lizenzen automatisch.
Nutzer der FLA übertragen das Urheberrecht ihrer Arbeit. In Ländern, die eine Übertragung verbieten, wird dem Treuhänder eine exlusive Lizenz (siehe §1(1) für Details) gewährt. Deshalb kann die FLA in Ländern mit Zivil- oder Gewohnheitsrecht eingesetzt werden.
Die FLA wird für das Treuhand-Programm der FSFE verwendet. Sie kann auch derart angepasst werden, dass die Rechte an andere Dritte übertragen werden.
- FSFE-Version der FLA als PDF [englisch]
- Anpassbare Version der FLA (LaTex-Format, GFDL-lizenziert) [englisch]
- Anpassbare Version der FLA (LaTex-Format, CC-BY-SA-lizenziert) [englisch]
Wenn Sie mehr über die FLA erfahren möchten, können Sie uns eine Mail schreiben.
Autoren
Die Treuhänderische Lizenzvereinbarung (FLA) wurde
von Dr. Axel Metzger (ifross) und Georg Greve (FSFE) in Absprache mit
anderen, renomierten juristischen und technischen Experten geschrieben. An diesem Prozess waren
unter Anderem beteiligt:
RA Dr. Till Jaeger, Carsten Schulz, Prof. Eben Moglen, RA Thorsten Feldmann (LL.M.), Werner Koch,
Alessandro Rubini, Reinhard Müller. Die letzte Überarbeitung wurde von Georg Greve und
dem FTF-Koordinator Shane M. Coughlan auf der Basis von Rückmeldungen
durch Prof. Lucie Guibault vom "Institute for Information Law" in den Niederlanden
erstellt.
