Seit 2001 stärkt die FSFE die Rechte von Nutzerinnen und Nutzern, indem sie Hürden für Softwarefreiheit beseitigt. Seit 20 Jahren helfen wir Menschen und Organisationen dabei zu verstehen, wie Freie Software andere Grundrechte wie Redefreiheit, Pressefreiheit und das Recht auf Privatsphäre stützt.

Für die nächsten zwei Jahrzehnte brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir wollen, dass alle in der Lage sind, ihre Technik selbstbestimmt nutzen zu können. Freie Software und ihre Freiheiten, sie verwenden, verstehen, verbreiten und verbessern zu können sind der Schlüssel dafür.

Freie Software in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit

Dieser Artikel beleuchtet die Vorteile des Einsatzes Freier Software in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Er ist Teil einer Serie über die Grundlagen Freier Software.

Zusammengefasst

Die internationale Entwicklungszusammenarbeit wird zusehends digital. Freie Software wird dabei zur unabdingbaren Grundtechnologie die eine rechtssichere internationale Kooperation und Wiederverwendung gewährleistet sowie eine globale Skalierung bei gleichzeitiger lokaler Anpassungsmöglichkeit ermöglicht. Um das volle Potenzial digitaler Entwicklungszusammenarbeit auszuschöpfen, fordert die FSFE eine Veröffentlichung aller durch Steuergelder (ko-)finanzierte Software-Entwicklung als Freie Software.

(I) Freie Software als Grundbaustein internationaler Entwicklungszusammenarbeit

Über die internationale Entwicklungszusammenarbeit

Bei der internationalen Entwicklungszusammenarbeit geht es um die nachhaltige Verbesserung der weltweiten wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Verhältnisse. Die Entwicklungszusammenarbeit strebt dabei die UN-Nachhaltigkeitsziele und das Empowerment der Partner an: Bestehende Abhängigkeiten der Entwicklungsempfänger sollen abgebaut und neue Abhängigkeiten unbedingt vermieden werden.

Die daraus resultierende Unabhängigkeit wiederum erfordert die Unterstützung bestehender oder den Aufbau neuer lokaler Strukturen vor Ort. Zentrale Probleme sollen vor Ort gelöst, beziehungsweise lösbar werden, sowie Wohlstand zugänglich gemacht und angemessen verteilt werden. Viele entwicklungspolitische Initiativen und Akteure setzen deshalb maßgeblich darauf, mit verschiedenen Partnerorganisationen vor Ort zusammen zu arbeiten, diese zu unterstützen und gegebenenfalls in passende Entwicklungsprogramme einzubinden.

Digitale Ressourcen und Abhängigkeiten

Immer mehr verlagert sich der Fokus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit auf die Ebene digitaler Zusammenarbeit. Ob Agrarwirtschaft, Industrieproduktion, Gesundheitswesen oder Öffentliche Verwaltung: Ohne Software sind die Entwicklung und Instandhaltung moderner gesellschaftlicher Prozesse nicht länger denkbar. Dabei bilden sich die globalen digitalen Gräben nahezu deckungsgleich mit den globalen analogen Gräben sozialer und politischer Ungleichheit. Klassische Geber- und Empfängerkonstellationen bleiben nahezu unverändert bestehen, nur verlagern sich die Entwicklungsleistungen immer weiter ins Digitale.

Wie auch bei der analogen Entwicklungszusammenarbeit gilt, dass digitale entwicklungspolitische Lösungsansätze nur nachhaltig wirken können, wenn bestehende Abhängigkeiten abgebaut und neue Abhängigkeiten unbedingt vermieden werden. Aktuelle Abhängigkeiten und zentrale Probleme der Empfängerländer ergeben sich aus momentan insbesondere aus Zugangsbeschränkungen zu digitalen Ressourcen, fehlender Fachexpertise, fehlenden Übersetzungen und Anpassungsmöglichkeiten sowie der Ungleichverteilung digitaler Produkte und Hardware und der sich daraus ergebenden globalen und digitalen Macht- und Eigentumsunterschiede. Es sind zugleich genau diese Probleme, die nur vor Ort und mit Einbindung lokaler Zivilgesellschaft nachhaltig gelöst und berücksichtigt werden können. Und es sind genau diese Aspekte, in denen Freie Software gegenüber proprietärer Software brilliert und den entscheidenden Unterschied macht.

Problem: Proprietäre Software

Die meisten dieser digitalen Abhängigkeiten und Probleme sind ein Nebenprodukt des Einsatzes proprietärer Software. Schließlich bleiben bei proprietärer Software alle Wiederverwendungs- und Weiterentwicklungsrechte sowie Anpassungsmöglichkeiten den Herstellenden vorbehalten. Der Einsatz proprietärer Software verstärkt damit unbewusst oder auch gewollt die Abhängigkeiten der Nutzenden in den sich entwickelnden Ländern zu der aktuell marktbeherrschenden Softwareindustrie aus den derzeitigen Industrieländern. Aus entwicklungspolitischer Sicht und unter nachhaltigen Gesichtspunkten sollte hingegen ein möglichst offener Zugang für alle zu Hardware, zu Software und zu entwicklungsfördernden Inhalten bestehen. Der Einsatz Freier Software bietet genau diese Grundlage für einen solchen offenen Zugang für die Software. In diesem Artikel sollen die Grundlagen und Vorteile des Einsatzes Freier Software in der Entwicklungszusammenarbeit eingehend beleuchtet werden.

Lösung: Freie Software als Grundbaustein der Entwicklunsgzusammenarbeit

eGovernance, eHealth, digitale Agrarwirtschaft und andere digitale Leistungsangebote der internationalen Entwicklungszusammenarbeit basieren auf der Nutzung von Software. Funktionale Software wird so zur Grundtechnologie gesellschaftlicher Organisation als auch der modernen Verwaltungsleistung. Freie Software erlaubt es, einmal getätigte Entwicklungsinvestitionen ohne (weitere) Lizenzkosten und ohne juristische oder technische Einschränkungen unbegrenzt und rund um den Globus wiederzuverwenden. Die gleichzeitige Veröffentlichung des Quellcodes auf öffentlichen Verwaltungsplattformen ermöglicht es der eigenen Softwareentwicklung zudem durch Wiederverwendung, Anpassung und der Wiederveröffentlichung von Beiträgen - dem sogenannten "upstream"1- anderer Akteure rund um den Globus zu profitieren. Ganz im Sinne internationaler Zusammenarbeit dient der frei lizenzierte Quellcode dabei als Grundlage für organisierte oder selbst gestaltete Wissensvermehrung und -vermittlung sowie internationale Kooperation. Freie Software erlaubt es, digitale Grundbausteine zu entwickeln und internationale Standards bereitzustellen, ohne gleichzeitig neue Monopole und Abhängigkeiten zu schaffen. Genau so kann die eigene Softwareentwicklung bereits bei der Ausgestaltung meist selbst von bestehenden Veröffentlichungen anderer Freier Software profitieren. Anstatt das Rad stets neu zu erfinden können bei Freier Software alle Menschen zugleich "auf den Schultern von Giganten stehen".

Verwenden

Verstehen

Verbreiten

Verbessern

Status quo Freie Software und internationale Entwicklungszusammenarbeit

2014 wurden die „Prinzipien für digitale Entwicklungszusammenarbeit“ von der der United Nations Foundation zugehörigen Digital Impact Alliance entwickelt. Eines der darin enthaltenen neun Prinzipien fordert die Veröffentlichung von Software, Daten und Standards unter Freier Lizenz (#6: "Use Open Standards, Open Data, Open Source, and Open Innovation"). Die Verwendung freier Lizenzen wirkt zugleich positiv auf die meisten der anderen Prinzipien ein, darunter:

Das offensichtliche Zusammenspiel zwischen den genannten Prinzipien und den darunterliegenden Entwicklungszielen sowie die Wiederverwendbarkeit bestehender digitaler Lösungen zeigen, dass Freie Software ein essentieller Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung ist. Folgerichtig investiert beispielsweise der UNICEF Innovation Fund exklusiv nur in Technologien, die Freie Software sind3.

Zahlreiche Durchführungsorganisationen sowie Geberakteure der Entwicklungszusammenarbeit, IT-Dienstleister sowie internationale Organisationen haben die „Prinzipien für digitale Entwicklungszusammenarbeit“ seitdem unterzeichnet. Andere Initiativen orientieren oder berufen sich zusehends auf diese Vorgaben, beispielsweise die “Principles of Donor Alignment for Digital Health”. Die Unterzeichner beider Dokumente fordern so, von den Vorteilen Freier Software in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit profitieren zu wollen.

Doch trotz aller positiven Entwicklungen in den letzten Jahren setzen immer noch viele nationale und internationale Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit auf die Entwicklung proprietärer Software. Damit entgehen ihnen nicht nur die Vorteile des Einsatzes Freier Software. Auch als vornehmlich mit öffentlichen Geldern finanzierte Organisationen widersprechen sie damit der Forderung nach eine Kopplung von öffentlichen Geldern an Öffentliche Software4. Häufig geschieht dies aus Unwissenheit oder der Reproduktion bestehender Vergabepraxis. Um diese Dynamiken zum positiven zu ändern fordert die FSFE aller durch Steuergelder (ko-)finanzierte Software-Entwicklung als Freie Software und beleuchtet auf dieser Seite zudem die Vorteile des Einsatzes und der Entwicklung Freier Software in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

(II) FSFE fordert: Öffentlicher Code für öffentlich finanzierte Entwicklungszusammenarbeit

Viele europäische Akteure und Initiativen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sind von öffentlichen Geldern gefördert oder komplett finanziert – über die Europäische Union oder deren Mitgliedstaaten. Entsprechend der „Public Money? Public Code!“-Kampagne fordert die FSFE gerade auch im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, dass mit öffentlichen Geldern (ko-)finanzierte Software-Entwicklung als Freie Software veröffentlicht wird. Darunter fällt sowohl für interne Arbeitsabläufe als auch von und für Partner vor Ort entwickelte Software. Nur so kann das ganze Potential der positiven Entwicklungspolitischen Wirkung des Einsatzes und der Entwicklung Freier Software komplett ausgeschöpft werden. Gerade in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gilt: Von allen bezahlter Code muss für alle verfügbar sein!

(III) Positive Entwicklungspolitische Wirkung des Einsatzes und der Entwicklung Freier Software

  • Nachhaltige Übergabe

    Die Veröffentlichung von Software unter Freier Lizenz6 ermöglicht ein nachhaltiges Betreiber- und Entwicklungsmodell auch nach Übergabe einer Lösung an die Partnerorganisationen sowie das volle Ausschöpfen der digitalen Ressource: Da weder Lizenzkosten noch lizenzrechtliche Einschränkungen oder Abhängigkeiten existieren, kann Freie Software unbegrenzt wiederverwendet werden und skalieren – lokal ebenso wie global.

  • Unabhängigkeit und Ownership

    Per Lizenz bietet Freie Software die uneingeschränkte Möglichkeit der Weiterentwicklung bestehenden Codes und damit der Anpassung von Software. Diese Anpassungen können selbst gestaltet werden oder durch Auftragsvergabe an Drittparteien geschehen. Dadurch können zum Beispiel auch lokale Dienstleister uneingeschränkt Weiterentwicklung, Wartung und Support der Software übernehmen. Freie Software erlaubt eine maximale Unabhängigkeit für Dienstleistungsempfangende und Partnerorganisationen und kann so dem Aufbau eigener oder lokaler IT-Expertise dienen.

  • Stärkung lokaler Wirtschaft

    Freie Software bietet rechtlich uneingeschränkte Möglichkeiten der Weiterentwicklung bestehenden Codes und der Anpassung von Software. Insbesondere die uneingeschränkten Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Lokalisierung durch Drittparteien ermöglichen den Aufbau, Einsatz und die Entwicklung digitaler Ressourcen vor Ort. Werden für die Softwareentwicklung oder -anpassung lokale Akteure beauftragt, führt dies direkt zur Stärkung der lokalen Wirtschaftskraft und zum Kompetenzgewinn vor Ort. Die so gewonnene Expertise kann unter Umständen sogar als Dienstleistung weiter exportiert werden.7

  • Kostenkontrolle und -transparenz

    Durch die Abwesenheit von Nutzungsbeschränkungen und Lizenzgebühren kann eine erfolgreiche Lösung unbeschränkt kopiert bzw. implementiert werden. Das kann den eingeschränkten Budgets in Entwicklungsländern zugutekommen8. Es besteht weitherhin nicht die Gefahr versteckter Kosten, indem mittels einer zunächst günstig angebotenen proprietären Lösung nach deren erfolgter Implementation und entstandener Abhängigkeit hohe Folgekosten oder andere unkontrollierbare Preisstrukturen auferlegt werden könnten.

  • Flexibilität

    Die Anpassungs- und Einsatzfreiheiten Freier Software ermöglichen schließlich auch den internationalen Entwicklungsakteuren auf der Geberseite eine maximale Flexibilität und Skalierung jeglicher eigenentwickelten IT-Lösung ohne zusätzliche Lizenzkosten9, 10: Entwicklungspolitische Lösungen von einem Ort können an einem anderen Ort wiederverwendet werden.

  • Lokale Übersetzungen

    Neben Software-Anpassungen ermöglicht Freie Software die unabhängige und unbeschränkte Übersetzung bestehender Software und Dokumentationen in beliebige lokale Sprachen und die Adaption kultureller Gegebenheiten. Diese Lokalisierung kann helfen, einen Teil des „digital divide“ zwischen Englischsprachigen und nicht-Englischsprachigen zu überwinden11. Zusätzliche lokale Anpassungen an kulturelle Gegebenheiten ermöglichen die Inklusion lokaler Gesellschaften und erhöhen schließlich die Annahme und die Akzeptanz einer IT-Lösung vor Ort.

  • Lokale Akzeptanz

    Neben dem Quellcode und der Sprache können bei konsequenter Anwendung einer Veröffentlichung unter Freien Lizenz auch alle anderen Inhalte den lokalen Gegebenheiten angepasst werden; beispielsweise Währungs- und Maßeinheiten oder die verwendete Bildsprache. Derartige kulturelle Anpassungen können weiter helfen, das Verständnis und die lokale Akzeptanz zu fördern. Genauso kann auch die Software selbst zu verschiedenen lokalen Zwecken angepasst werden, beispielsweise auf spezielle Geschäftsprozesse oder unterschiedliche juristische Anforderungen.

  • Lokale Partnerschaften

    Bereits in der Projektkonzeption oder bei lokalen Anpassungen und Umsetzungen können lokale Partner federführend oder unterstützend tätig werden – wie auch später in der Übersetzung, bei Schulungen oder der Übergabe der Software 12. Diese lokalen Partnerschaften können sehr hilfreich sein, um Technologien inkrementell einzuführen, die Akzeptanz zu fördern und die Lernkurve zu erleichtern13. Im Idealfall bildet sich ein lokaler Markt für den Einkauf technischer Expertise.

  • Wettbewerb

    Da Freie Software zu jedem Zweck verändert werden darf, gilt dies auch zum Zwecke kommerzieller Verwertung. Freie Software fördert den lokalen und den internationalen Wettbewerb, indem bestehende Lösungen wiederverwertet werden können oder Dienstleistungen um bestehende Lösungen herum auch vor Ort angeboten werden können, ohne dabei einem „Hersteller“ Gebühren pflichtig zu sein 14. Es verhindert damit auch eine Monopolbildung.

  • Entschärfung von Legalitätsproblemen: Alle im Rahmen der Lizenz eingehaltenen möglichen lokalen Lösungen, Anpassungen und Weiterentwicklung von Freie Software geschehen global im rechtssicheren Raum. Freie Software kennt keine illegalen Vervielfältigungen nicht-lizenzierter, proprietärer Software.

  • Offene Standards

    Freie Software bietet durch die globale Anpass- und Wiederverwendbarkeit und der Verwendung offener Standards15 beste Möglichkeiten, um kooperativ globale Interoperabilität zu gewährleisten. Öffentlich bereitgestellte Standards können von verschiedenen Herstellern in deren Software integriert werden und so eine Kommunikation zwischen verschiedenen Diensten gewährleisten.

  • Sicherheit und Qualität

    Die Offenheit des Quellcodes ermöglicht ein „Viele-Augen-Prinzip“. Wie in der Wissenschaft sorgt die Möglichkeit der gegenseitigen Kontrolle für hohe Qualität und ermöglicht dadurch häufig ein schnelles Auffinden und Ausmerzen von Sicherheitsproblemen. Sicherheitsprobleme dürfen zudem veröffentlicht und gelöst werden, Nutzende können somit umgehend informiert und gewarnt werden16.

  • Wissenszugang und -transfer

    Freie Software ist überall auf der Welt zugänglich ohne Einschränkung. Und so ist auch die zugehörige Dokumentation, Training und Wissensaustausch global ohne Grenzen verfügbar. Durch Zugang zu vorhandener Lektüre und Wissensplattformen kann lokale Expertise aufgebaut werden.

  • Nichtdiskriminierung und Chancengleichheit

    Ergebnisse der Softwareentwicklung stehen weltweit für andere zur Verfügung. Damit kommen wir dem Prinzip „Niemanden zurücklassen“ der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung einen Stück näher.

Der Artikel wurde verfasst von Erik Albers (Free Software Foundation Europe), Nico Lück und Balthas Seibold (beide Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH). Der Artikel gibt die Meinung der Autoren wieder und stellt nicht die Meinung der GIZ oder anderer Institutionen dar. Die Kampagne "Public Money? Public Code!" ist von der FSFE und nicht von den Autoren.

Fußnoten

  1. Als upstream werden alle Beiträge durch verschiedene Autor*innen bezeichnet, die üblicherweise nach Durchlaufen eines peer-review-Prozesses schließlich als offizielle Beiträge in die jeweilige Software-Umgebung implementiert werden. Neben Codebeiträgen können dies auch Übersetzungen, Dokumentationen oder andere Beiträge sein.
  2. Um auf Dauer das volle entwicklungspolitische Potential sowie die strategischen Vorteile der Verwendung von Freier Software innerhalb der internationalen Entwicklungszusammenarbeit auszuschöpfen, sollte die Möglichkeit bestehende Systemarchitekturen zu migrieren und vergangene Software-Entwicklungen nachwirkend zu re-lizensieren grundsätzlich auch in Betracht gezogen werden. Dieser Artikel konzentriert sich jedoch auf die Forderung zukünftige Software-Entwicklung als Freie Software zu veröffentlichen.
  3. https://www.unicefinnovationfund.org/about#open_source
  4. Vergleiche https://publiccode.eu/
  5. Maßgebend sind die von der Free Software Foundation (https://www.gnu.org/licenses/license-list.html) oder der Open Source Initiative (http://opensource.org/licenses) als offene Lizenz anerkannte Lizenzen.
  6. Beispiele solch positiver Wirtschaftsentwicklung sind DHIS2 und OpenMRS
  7. Die UN-Studie “Breaking Barriers - The Potential of Free and Open Source Software for Sustainable Human Development” (PDF) listet Fallstudien zum Einsatz von Freie Software Software in aller Welt auf. Dabei zeigt sich “All projects discussed in this publication state that one of the main reasons for choosing FOSS over proprietary software is that there is no need to pay any licensing fees for FOSS.” (p.5)
  8. BMZ Toolkit 2.0 – Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit (PDF), darin 4.3.3 “Open Source – Nutzung und Entwicklung freier Software”, Seite 170
  9. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage des Bündnis 90/Die Grünen, Antwort auf Frage 26: „Der Einsatz von Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung kann für Entwicklungsländer Vorteile haben. Abhängig von der Art der Software, Einsatzbereich und Nutzeranzahl kann der Einsatz von Open-Source-Software vor allem helfen, Kosten zu sparen und IT-Systeme interoperabel zu gestalten und so die Abhängigkeit von Anbietern, die proprietäre Schnittstellen und Formate nutzen, zu verringern.“
  10. Die UN-Studie: “Breaking Barriers - The Potential of Free and Open Source Software for Sustainable Human Development” (PDF) listet mehrere Fallstudien in Entwicklungsländern aber auch innerhalb Europas auf, deren Erfolg und Akzeptanz nur durch die sprachliche Anpassung beruhte, da diese Projekte darauf abzielen “getting non-English speaking communities to use computers” (Seite 6).
  11. BMZ Toolkit 2.0 – Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit (PDF), darin 4.3.3 “Open Source – Nutzung und Entwicklung freier Software”
  12. Vgl. “Free and Open Source Software and Technology for Sustainable Development” (Sowe et al., UNU Press, 2012), s.317: “Partnerships are even more important: partners who together define the problems, design possible solutions, collaborate to implement them and monitor and evaluate the outcome. [...] Introducing technology too fast, without clear goals that are negotiated by all parties involved, will eventually result in its rejection. FOSS technologies for sustainable development should be more evolutionary than revolutionary.”
  13. BMZ Toolkit 2.0 – Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit (PDF), darin 4.3.3 “Open Source – Nutzung und Entwicklung freier Software”, Seite 170
  14. Offene Standards sind Standards, die für alle Marktteilnehmer zugänglich, weiterentwickelbar und einsetzbar sind. Für eine detailliertere Information siehe: FSFE – Offene Standards
  15. BMZ Toolkit 2.0 – Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit (PDF), darin 4.3.3 “Open Source – Nutzung und Entwicklung freier Software”

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