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Drei Schlussfolgerungen aus Googles Weigerung, Huawei Zugang zu ihrer Software zu gestatten

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Google verweigert dem chinesischen IT-Giganten Huawei den Zugang zu den prorietären Komponenten des Android-Betriebssystems - ein Vorgang, der die IT-Sicherheit der Geräte bedroht. Dies unterstreicht, wie wichtig Freie Software für die Endverbraucher, öffentliche Einrichtungen und Firmen ist. Die Free Software Foundation Europa (FSFE) zieht aus dieser Weigerung drei wesentliche Schlussfolgerungen.

Nach einem Beschluss der US-amerikanischen Regierung, der amerikanischen Firmen verbietet mit der chinesischen Firma Huawei Geschäftsbeziehungen zu unterhalten, hat auch Google jegliche Zusammenarbeit mit der Firma eingestellt. Dies betrifft all jene Software, die nicht unter Freie-Software-Lizenzen verfügbar ist. Praktisch bedeutet dies, dass Huawei künftige und vielleicht sogar die schon auf dem Markt befindlichen Mobiltelefone keinen Support und keine Updates für das Android-Betriebssystem erhalten. Huawei erhält keinen Zugang zu den proprietären Google-Apps und -Diensten, wie zum Beispiel Gmail oder Google Play. Obwohl proprietäre Software grundsätzlich gemieden werden sollte, bedeutet gerade die letztere Einschränkung eine Risiko für die Nutzer von Huawei-Mobiltelefonen, da sie ohne Zugriff auf den App-Store nicht mit den wichtigen Sicherheits-Updates versorgt werden.

Google bietet nur ein Grundsystem von Android als Freie Software an, doch bündelt dieses Grundsystem mit proprietären Apps und Diensten. Diese unfreien Komponenten, die in den meisten Android-Geräten zum Einsatz kommen, haben für die Nutzer viele Nachteile, wie die FSFE schon seit 2012 dokumentiert. Dieser neue Fall zeigt, dass selbst Tech-Giganten wie Huawei unter diesen Abhängigkeiten und Herstellerabhängigkeiten leiden, sobald sie sich auf proprietäre Software verlassen - genauso wie die Endanwender.

Drei Schlussfolgerungen

Die folgenden Lehren können aus diesem Fall gezogen werden:

  1. Die FSFE empfiehlt Verbrauchern zu Betriebssystemen und Applikationen zu wechseln, die unter freien Lizenzen stehen. Nutzer proprietärer Software haben keinen Einfluss auf die Hersteller und diese können die kritischen Security-Updates zurückhalten, wenn der Hersteller oder eine Regierung sich damit einen strategischen Vorteil erhofft. Freie Software versetzt deren Nutzer in die Lage, die von ihnen genutzte Technologie zu beherrschen; dies wird um so wichtiger, je mehr diese Technik unseren Alltag beherrscht. Verbraucher, die Android verwenden, erfahren Unterstützung durch unsere Free Your Android-Initiative

  2. Regierungen und besonders die Europäische Union sollten stärker in Freie Software investieren, um Unabhängigkeit von großen Firmen und anderen Staaten zu erlangen. Der vorliegende Fall zeigt deutlich, wie wenig Einfluss die EU auf die Anbieter von Hochtechnologie außerhalb Europas besitzt. Statt darauf zu warten, dass sich auch in Europa ein IT-Monopolist bildet, sollten die EU und ihre Mitglieder die Entwicklung Freier Software fördern und in diesem Zuge die lokalen Organisationen zur Verbreitung Freier Software und lokale IT-Firmen fördern. Diese Unterstützung würde die Unabhängigkeit der europäischen Bürger und der europäischen Wirtschaft verbessern. Dies ist ein wichtiger Schritt, um zu verhindern, dass äußere Kräfte die europäische Infrastruktur beeinträchtigen können.

  3. Die FSFE empfiehlt Firmen dringend in ihrer gesamten Wertschöpfungsketter Freie Software einzusetzen. Proprietäre Software führt in die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und deren Regierungen. Dieser Fall zeigt, dass die US-Regierung in der Lage war, Google daran zu hindern, ihre proprietären Produkte auszuliefern - doch dies kann nicht dazu führen, dass die Freien Software-Anteile von Android weiterhin ausgeliefert werden. Hätte Huawei stärker auf Freie Software gesetzt, wäre die Strategie der US-Regierung nicht in gleichem Maße aufgegangen. Auch wenn unter den derzeitigen Gegebenheiten besonders chinesische Anbieter genau beäugt werden, könnte das gleiche Vorgehen auch jedes andere Land treffen.

Schon frühere Anschuldigungen gegen Huawei hatten gezeigt, dass kritische Infrastruktur unter Freien Lizenzen stehen sollte. Diese neueste Episode in der Affäre Huawei unterstreicht, dass dieser Ratschlag auch für Apps und Dienste gilt. In wenigen Tagen wird das Europäische Parlament gewählt. Dieser Fall sollte für das sich demnächst konstituierende Parlament ein Weckruf sein. Die Europäische Kommission sollte eine Richtlinie erlassen, welche die Unabhängigkeit europäischer technischer Infrastruktur fordert, basierend auf Freier Software. Ein erster Schritt ist es mit öffentlichen Mitteln finanzierte Software auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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