Seit 2001 stärkt die FSFE die Rechte von Nutzerinnen und Nutzern, indem sie Hürden für Softwarefreiheit beseitigt. Seit 20 Jahren helfen wir Menschen und Organisationen dabei zu verstehen, wie Freie Software andere Grundrechte wie Redefreiheit, Pressefreiheit und das Recht auf Privatsphäre stützt.

Für die nächsten zwei Jahrzehnte brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir wollen, dass alle in der Lage sind, ihre Technik selbstbestimmt nutzen zu können. Freie Software und ihre Freiheiten, sie verwenden, verstehen, verbreiten und verbessern zu können sind der Schlüssel dafür.

Newsletter

FSFE Newsletter – Oktober 2015

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Wahlen in der FSFE und andere Neuigkeiten aus Bukarest

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung in Bukarest wählte die FSFE das neue Führungsteam für die nächsten zwei Jahre. Reinhard Müller wird seinen Posten als Finanzleiter weiterhin wahrnehmen. Ihr Autor wird den Posten des Präsidenten übernehmen und Alessandro Rubini wird Vizepräsident. Alessandro ist Elektronik-Ingenieur und arbeitet an Gerätetreibern und eingebetteten Systemen. Er war eines der ersten Mitglieder der FSFE und trat kürzlich erneut bei, um unsere Arbeit zu unterstützen. Der ehemalige Präsident der FSFE, Karsten Gerloff, begrüßte die Veränderungen und schrieb über seine Pläne für die Zukunft in seinem Blog.

Bukarest wärmte sich schon einige Wochen vor der Ankunft der FSFE für Freie Software auf. Die öffentliche Verwaltung von Rumänien war nämlich von der Rogentos Linux User Group eingeladen worden um zwei Linux Distributionen zu testen. Das ist ein erster Schritt hin zu mehr Bewusstsein über Software Freiheit in der Verwaltung des Landes. Nach der Mitgliederversammlung haben wir diese Neuigkeiten und die weitere Zusammenarbeit mit Unterstützern Freier Software in Rumänien, insbesondere unseren Freunden der Fundația Ceata, der rumänischen Stiftung für Freie Software und Freie Kultur, besprochen. Wir haben erfahren, dass sie nach erprobten Designern, die Ideen für ein neues Logo für die Stiftung beitragen können, Ausschau halten. Alle Grafikdesigner da draußen, die Interesse daran haben, ihre Kreativmuskeln für einen guten Zweck anzuspannen, können mehr Informationen auf ihrer Webseite finden.

Im Juli übernahm das Europäische Parlament die Empfehlung zur Urheberrechtsreform, welche ursprünglich von Julia Reda entworfen wurde. Die FSFE veröffentlichte ihre eigene Einschätzung des finalen Berichts, der vom Parlament nach umfangreicher Ergänzung genehmigt wurde. Obgleich etliche Verbesserungen in die finale Version des Berichts des Parlaments über die derzeitige Rechtslage eingeflossen sind, gibt es genügend Probleme um eine Überarbeitung in Betracht zu ziehen. Besonders in Hinblick auf Freie Software. Der Bericht versäumt es, Digitale Rechte Minderung (DRM), die die Nutzung von Werken, die unter eine Urheberrechts/Copyright-Ausnahme fallen, adäquat anzusprechen. Ebenso zeigt er keine Möglichkeit auf, mit der Softwareentwickler direkt gemeinfreie Werke erstellen können.

Im nächsten Schritt wird die Kommission ihren Vorschlag zur Urheberrechtsreform vor dem Ende diesen Jahres veröffentlichen. Wir bitten die Kommission, diese Reform, weiter zu führen und dass keine Ausnahme im Copyright durch technische Einschränkungen begrenzt werden soll. Ebenso sollen Ausnahmen aufeinander abgestimmt werden und alle Werke, die durch öffentliche Gelder finanziert werden, sollen unter einer Freien Software Lizenz veröffentlicht werden.

PDFreaders aufräumen

Im Zusammenhang zu unserer PDFreaders Kampagne ist es angebracht, einige Erfolgsgeschichten hervorzuheben. Unser Koordinator für Deutschland, Max Mehl, bloggt über den Erfolg der Kampagne in der deutschen Regierung. Die Kampagne war sogar so erfolgreich, dass der deutsche Migrationsleitfaden auch ein Zuckerl von uns enthält. Dort heißt es „Werden PDF-Dokumente öffentlich bereitgestellt, sollten Behörden […] nicht mehr ausschließlich den Adobe Acrobat Reader empfehlen, sondern beispielsweise die von der FSFE bereitgestellten HTML-Bausteine zum Download alternativer PDF-Betrachter in ihre Seiten aufnehmen.“ Der Leitfaden empfiehlt auch Freie Software als brauchbare Alternativen in Betracht zu ziehen.

Die FSFE war dabei behilflich, das Beste aus Freier PDF-Betrachter-Software für den privaten Sektor hervor zu holen. Unser Mitglied Polina Malaja konnte sich an die in 2011 gestarteten Verhandlungen von Hannes Hauswedell, dem früheren Koordinator der PDFreaders-Kampagne, mit Google um Pdfium als Freie Software zu veröffentlichen anschließen. In 2014 schließlich trug Hannes’ Bitte Früchte. Wir geben nicht vor, dass unsere Kampagne dafür verantwortlich ist, für die Veröffentlichung von Pdfium verantwortlich ist, aber wir möchten betonen, dass unsere Kampagne einen Teil dazu beigetragen hat.

Etwas gänzlich anderes

Werde Aktiv: Nominiere Personen und Projekte für den Free Software Award

Oft ist es Nutzern gar nicht bewusst, dass sie Freie Software benutzen. Manchmal müssen wir diesen Fakt explizit erwähnen. Zum Beispiel das neue Upgrade von Wordpress. Es enthält einen Tab mit der Referenz zur GNU General Public License und den vier Freiheiten von Freier Software. Damit wird die Wordpress Gemeinschaft eindeutig auf die Wichtigkeit der Freiheit, die der Software zu Grunde liegt, informiert.

Viele tolle Entwickler oder Projekte von Freier Software bekommen jedoch nicht die Anerkennung, die sie verdient haben. Die FSF nimmt Nominierungen für den 18. Free Software Award entgegen. Dieser Preis geht an Menschen oder Projekte, die die Welt durch den Einsatz von Freier Software verbessert haben. Es gibt zwei Preise. Einen für Menschen, die die Freie Software Bewegung vorangebracht haben und einen für ein Projekt, das ein wichtiges soziales Bedürfnis durch den Einsatz von Freier Software erfüllt. Bitte geben Sie Ihre Nominierungen bis zum 1. November ab.

Mein Dank geht an alle Ehrenamtlichen, Fellows und Spender der FSFE, die unsere Arbeit ermöglichen,
Matthias KirschnerFSFE