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FSFE Newsletter Mai 2019

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Dieser Newsletter beschäftigt sich besonders mit den kommenden EU-Wahlen. Wir erzählen die Geschichte des spanischen Pica Pica Hacklab, das unsere "Public Money? Public Code!"-Kampagne erfolgreich beim Parlament von Asturien vermarktete. Pica Picas Geschichte leitet über zu den EU-Wahlen, die uns neue Parlamentsmitglieder bescheren wird. Wir geben hier einige Tipps, wie Du aktiv werden kannst, um bei diesen Gelegenheiten für Freie Software zu werben. So wie immer stellen wir auch die nächsten Veranstaltungen vor, die diesen Monat stattfinden, und blicken auch auf die Veranstaltungen des letzten Monat zurück.

EU-Wahlen 2019 und Freie Software

"Das Parlament von Asturien verpflichtet sich die internationale Public Money? Public Code! Kampagne zu unterstützen." Dies ist ein Zitat aus der ersten Forderung, die das Parlament von Asturien an dessen Regierung richtet. Sie stellt das erfreuliche Endergebnis der andauernden Lobbyarbeit dar, die der lokale Hackerspace von Oviedo "Pica Pica Hacklab" geleistet hat.

Das Team des Pica Pica Hacklab vor dem Parlament von Asturien
Das Team des Pica Pica Hacklab vor dem Parlament von Asturien nach der Parliamentsentscheidung die Public Money? Public Code-Kampagne zu unterstützen! (Bild von Marcos Suárez, CC BY-SA 3.0)

Dies war bereits der zweite Versuch von Pica Pica das Parlament von Asturien zu beeinflussen und den Einsatz von Freier Software in der öffentlichen Verwaltung einzufordern. Doch im Gegensatz zum ersten Versuch 2015 stand dem Team von Pica Pica nun das Informationsmaterial der "Public Money? Public Code!"-Kampagne zur Verfügung. Und sie haben guten Gebrauch davon gemacht. Dieses Material und ihre selbstentwickelten Fähigkeiten zum “Social Hacking” haben die Politiker überzeugt.

Pica Picas Erfolgsgeschichte spornt lokale Aktivisten für Freie Software an. Wir haben Iyán Méndez Veiga interviewt, ein Mitglied von Pica Pica, um einige Schlüsselelemente ihrer Aktivitäten herauszustreichen, wie sie das Kampagnen-Material benutzt haben und wie sie schließlich Einfluss gewonnen haben. In diesem Interview wird erklärt, wie Pica Pica erfolgreich die Vorteile von Freier Software bewarb, angepasst an die Agenden der verschiedenen politischen Parteien, mit denen die Mitglieder sprachen, wie es ihnen gelang nach dem ersten Email-Kontakt ein persönliches Treffen zu arrangieren und wie sie weitere Treffen mit Vertretern der verschiedenen Parteien verabreden konnten, einfach indem sie diese im Parlamentsgebäude ansprachen.

Die Geschichte von Pica Pica ist nicht nur motivierend, sie zeigt auch deutlich, dass örtliches Engagement einer kleinen Gruppe Einfluss auf die höchsten politischen Ebenen nehmen kann. Gleichzeitig ist dies nur eine von vielen Geschichten, die ständig in vielen Teilen Europas geschehen. Ob nun Gruppen oder einzelne Vertreter: Jeder Vortrag, jede Erklärung und manchmal einfach das Verteilen von gut formulierten und informativen Flugblättern; alle diese Maßnahmen können einen Beitrag leisten und Entscheidungsträger dazu bewegen, Freie Software zu befürworten.

Damit kommen wir zur diesjährigen EU-Parlamentswahl, die in der nächsten Woche (vom 23. bis zum 26. Mai) stattfindet. Wir wollen dem Beispiel von Pica Pica folgen und bewirken, dass so viele Kandidaten wie möglich mit den Vorteilen von Freier Software vertraut gemacht werden. Wir wollen sie überzeugen, dass sie uns dabei unterstützen sollten, die Nutzer von Technologie in die Lage zu versetzen, selbstbestimmt mit dieser Technik umzugehen.

Dies ist um so wichtiger, als - laut Vorhersagen - die Hälfte der derzeitigen Mitglieder des Europäischen Parlament in der nächsten Legislaturperiode nicht wieder gewählt werden. Das bedeutet, dass neue Mitglieder antreten, die noch nicht über Freie Software aufgeklärt sind.

Hilf mit, die Politiker über die Vorteile von Software aufzuklären, die die Freiheiten der Nutzer respektiert. Hilf dabei mit, Kontakt mit Befürwortern von Freier Software im nächsten europäischen Parlament aufzunehmen. Sprich mit den Kandidaten in deiner Region. Benutze unsere "Public Money? Public Code!"-Kampagne, sie enthält gute Argumente. Weitere Hinweise und Tipps kannst du in unserem Wahl-Wiki finden.

Und dann wähle die Kandidaten, der dich davon überzeugt haben, dass sie sich für die Themen einsetzen werden, die dir am Herzen liegen!

Der Parlamentssaal in Straßburg
Der Parlamentssaal in Straßburg. (Bild von Diliff, CC BY-SA 3.0)

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Nicht verpassen: Die nächsten Veranstaltungen

Save the Date - Termine im Kalender anstreichen:

Dieses Jahr veranstalten wir das FSFE-Community-Meeting am 15. und 16. November im Rahmen der SFSCon in Bozen, Italien. Die italienische FSFE-Abteilung wird diese Gelegenheit Nutzen, um während der Konferenz einen eigenen FSFE-Track anzubieten. Nach der Konferenz wird es einen Tag speziell für die Community geben. Der Aufruf zur Teilnahme an der SFSCon ist schon erreichbar. Das Programm für den FSFE-Track wird demnächst nachgereicht. Wir werden die Veröffentlichung in auf unserer Nachrichtenseite (RSS-Feed) bekanntgeben.

Unsere Aktivitäten innerhalb und außerhalb der FSFE

FSFE-Stand bei den Linuxwochen Wien
FSFE-Stand bei den Linuxwochen Wien

Beteiligen Sie sich

Wie schon zu Beginn des Newletters erwähnt, finden demnächst die Europawahlen statt. Es wird vorhergesagt, dass viele neue Abgeordnete in das Parlament einziehen werden. Wenn Sie dabei helfen wollen diese neuen Parlamentarier mit Freier Software vertraut zu machen, dann nehmen Sie doch Kontakt mit den Abgeordneten Ihrer Region auf. Wir haben in unserem Wiki eine Liste mit Ideen zusammengestellt.

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Wenn Sie Ideen, Bilder oder Nachrichten für unseren Newsletter haben, dann freuen wir uns auf Zuschriften unter: newsletter@fsfe.org.

Wir danken all den Mitgliedern unserer Gemeinschaft, den Freiwilligen, Unterstützern und Spendern, die unsere Arbeit ermöglichen. Ein weiterer Dank gilt unseren Übersetzern, die es ermöglichen diesen Newsletter in anderen Sprachen zu lesen.

Ihre Redakteure,

Erik Albers und Galia Mancheva


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