Seit 2001 stärkt die FSFE die Rechte von Nutzerinnen und Nutzern, indem sie Hürden für Softwarefreiheit beseitigt. Seit 20 Jahren helfen wir Menschen und Organisationen dabei zu verstehen, wie Freie Software andere Grundrechte wie Redefreiheit, Pressefreiheit und das Recht auf Privatsphäre stützt.

Für die nächsten zwei Jahrzehnte brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir wollen, dass alle in der Lage sind, ihre Technik selbstbestimmt nutzen zu können. Freie Software und ihre Freiheiten, sie verwenden, verstehen, verbreiten und verbessern zu können sind der Schlüssel dafür.

Newsletter

FSFE Newsletter - Mai 2012

54 DFD Veranstaltungen und die FSFE legt EU Politikern Handschellen an

Wie Sie im diesjährigen Bericht lesen können, wurde der Document Freedom Day 2012 mit 54 Veranstaltungen in 23 Ländern und in 19 Sprachen gefeiert. Es war mit über 26 Vorträgen, über 6 Preisverleihungen für Offene Standards, vielen anderen Veranstaltungen und beinahe 100 Presseberichten, das bisher größte DFD-Ereignis in der Geschichte. Die FSFE hat die verschiedenen Veranstaltungen koordiniert, Preise an mehrere Organisationen verliehen und in Deutschland über 370 Emails und über 170 Anrufe betreffend Offenen Standards an Politiker gerichtet. Einige dieser Politiker, unterschiedlichen Parteien angehörig, unterstützten Aktivitäten vom DFD. Die FSFE verschickte auch 100 Info-Pakete, die auch Handschellen enthielten, an vorgeschlagene Personen, darunter mehrere Politiker, Firmenchefs und der Papst. Die EU-Kommissarin Neele Kroes verwendete unsere Handschellen in einer öffentlichen Rede, was eine Menge zusätzlicher Presseberichte zur Folge hatte, darunter auch das Titelblatt des „Guardian Online“. Die FSFE ist auf weitere Berichte darüber was die Empfänger der Pakete mit den Handschellen gemacht haben gespannt.

4. Mai: Der Tag gegen DRM. Ist es ihr „gutes Recht“ uns einzuschränken?

Letzte Woche gab Ihr Schreiberling ein Interview über Digitale Rechte Minderung (DRM). Es drehte sich um die Fragen, was DRM ist, warum Unternehmen sie verwenden, warum man seinen Kunden wie einen Gegner behandeln muss damit DRM funktioniert, und welche anderen Möglichkeiten bestehen. Wenn man über Freie Software, DRM, Anti-Merkmale (Anmerkung d. Übersetzers: Das sind Merkmale von Produkten, die absichtlich Einschränkungen oder eine frühzeitig endende Lebensdauer des Produktes herbeiführen.) und andere Themen diskutiert, bekommt man von intelligenten Kritikern oft zu hören, dass es „das gute Recht“ des Herstellers sei, seine Produkte zu kontrollieren. Warum denken so viele Menschen so? Würden sie solche Einschränkungen auch in „der analogen Welt“ akzeptieren? Ist es das gute Recht eines Verlags, zu verbieten, dass der Leser das Buch laut vor liest, seinen Freunden ausleiht oder es zu verkaufen? Viele Male schon hat Ihr Schreiberling Bücher missbraucht: Letzte Woche verwendete er drei Stück, um sein kaputtes Sofa zu richten. Wäre es akzeptabel, dass der Verleger oder der Autor solche Nutzungsfälle verbieten könnte? Nehmen mehr Leute solche Einschränkungen mit Software und Daten einfach hin? Und wenn ja, warum? Hat die Industrie mit dem Begriff „Digitale Rechte Verwaltung“ erfolgreich impliziert, dass sie dieses Recht hat, und viele Menschen akzeptieren das?

Der 4. Mai ist der Tag gegen DRM. Während DRM in der Musikbranche weitgehend besiegt wurde, ist es ein wachsendes Problem im Bereich der eBooks. Daher ist es gut zu hören, dass aufgrund von Druck ihrer Leser, Tor/Forge DRM bei ihren eBooks abschafft. Diskutieren Sie das Thema mit Freunden oder Kollegen. Senden Sie ihnen z.B. Richard Stallmans Kurzgeschichte „Das Recht zu lesen“ und teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns auf öffentlichen Diskussions-Mailinglisten oder schicken Sie sie direkt an Ihren Schreiberling.

Freie Software – Ein Thema bei der französischen Präsidentschaftswahl

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sagte, dass 15 Prozent des öffentlichen IT-Etats in Programmierung von Freier Software, Kundenberatung und Wartung fließt. In der Zukunft wird dieser Etat um 30 Prozent pro Jahr angehoben. Er sagte weiter, dass diese Vorgehensweise „strategisch für die Entwicklung des französischen IT-Marktes“ ist. Sein Gegenkandidat François Hollande ist sogar der Meinung, diese Vorgehensweise müsse noch intensiviert werden.

Daneben hat die französische Gruppe für die Verteidigung von Freier Software (April) alle Kandidaten in den französischen Präsidentschaftswahlen nach ihrer Position zu Freier Software, Software Patenten, DRM und weiteren gefragt.

Es ist wichtig, Aufmerksamkeit für Freie Software bei den Politikern zu erzeugen, und ihnen Fragen zu stellen ist ein guter Anfang. Die FSFE sammelt alle Anstrengungen, die in dieser Richtung unternommen werden, in unserer „Fragen Sie Ihren Kandidaten“-Kampagne. Die FSFE bedankt sich bei April für ihre gute Arbeit in Frankreich und ermutigt andere Unterstützer von Freier Software in Europa, mit ihren politischen Vertretern in Kontakt zu treten. Wenn Sie Fragen haben, wie man solche Aktivitäten im eigenen Bundesland, der Region oder dem Verwaltungsbereich aufnehmen kann, dann kontaktieren Sie uns bitte. Bis zum nächsten Monat haben wir auch die Antworten auf die Fragen der FSFE von den politischen Parteien, die zu Landtagswahlen in zwei Bundesländern kandidieren.

Der „Lock-in-Effekt“ bzw. „Anbindeeffekt“ kostet Helsinki 3,4 Millionen Euro pro Jahr?

Ein Bericht vom Pilotprojekt der Stadt Helsinki zur Verwendung von OpenOffice in der öffentlichen Verwaltung wirft mehr Fragen auf als Antworten gegeben werden. Die Stadt probierte die Freien Büro-Anwendungen in 2011 für für zehn Monate auf Laptops im Stadtrat. Sie bekam hohen Zuspruch von den Teilnehmern. Als das Pilotprojekt abgeschlossen war, erstellte die Stadt einen Bericht, in dem es hieß, dass die Kosten für eine Umstellung der gesamten städtischen Verwaltung auf OpenOffice sehr hoch wären. Lesen Sie mehr darüber in der Pressemitteilung und wenn Sie Interesse für Details des Projektes haben und mehr über die Schlüsse lernen wollen, die man aus diesem Projekt ziehen kann, haben wir eine Analyse des Berichtes erstellt.

Etwas gänzlich anderes

Werde aktiv: „FRAND is FRAUD“ – Beteilige dich an der Beratung im Vereinigten Königreich

In England ist man sehr beschäftigt. Nebst der Beratung über Bildung (siehe oben) hält die Regierung vom Vereinigten Königreich eine weitere Ausschreibung ab, die bis zum 4. Juni dauern wird. Dabei geht es darum, welche Art von Patentlizenzen ein Offener Standard benötigen sollte. Die FSFE und ihre Schwester-Organisation, die FSF, haben ein gemeinsames Manifesto darüber veröffentlicht, in dem erklärt wird, warum die FRAND-Bedingungen für Offene Standards eine Diskriminierung gegen Freie Software sind (Stammlesern fällt vielleicht auf, dass das eine fortlaufende Debatte ist). Weiter empfehlen wir der englischen Regierung, Softwarepatente abzuschaffen um Schaden an der Wirtschaft von England vorzubeugen. Auch haben wir die Firmen und Organisationen die mit Freier Software zu tun haben, sowie Fellows aus England, über die Ausschreibung informiert, haben Antworten auf einige der Fragen der Umfrage vorbereitet, haben ein Gipfeltreffen von Experten über Offene Standards abgehalten und eine weitere gemeinsames Erklärung zusammen mit anderen Offenen Standard-Gruppen veröffentlicht.

Es gibt eine Website, auf der erklärt wird, wie man bei der Beratung mitmachen kann. Bitte nehmen Sie die Gelegenheit wahr um die Notwendigkeit von kostenlosen Lizenzen für Offene Standards zu unterstützen.

Mein Dank geht an alle Fellows und Spender die unsere Arbeit ermöglichen,
Matthias Kirschner FSFE

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