Seit 2001 stärkt die FSFE die Rechte von Nutzerinnen und Nutzern, indem sie Hürden für Softwarefreiheit beseitigt. Seit 20 Jahren helfen wir Menschen und Organisationen dabei zu verstehen, wie Freie Software andere Grundrechte wie Redefreiheit, Pressefreiheit und das Recht auf Privatsphäre stützt.

Für die nächsten zwei Jahrzehnte brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir wollen, dass alle in der Lage sind, ihre Technik selbstbestimmt nutzen zu können. Freie Software und ihre Freiheiten, sie verwenden, verstehen, verbreiten und verbessern zu können sind der Schlüssel dafür.

Newsletter

Geräteneutralität wird Realität +++ Stockholm +++ FSFE-Infrastruktur +++ KI

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In unserem Januar-Newsletter würdigen wir die Bedeutung des Gesetzes über digitale Märkte als eine überwiegend positive Entwicklung für die Softwarefreiheit. Lesen Sie, wie das Fehlen von Freier Software Stockholm 100 Millionen Euro gekostet hat. Unser Systemhacker-Team zeigt die Hintergründe der FSFE-Infrastruktur. Vincent Lequertier betont, dass KI Transparenz braucht. Die FOSDEM steht vor der Tür.

Geräteneutralität wird endlich Realität

Das Europäische Parlament hat das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act) verabschiedet, das den Grundsatz der Geräteneutralität einführt. Dies ist ein wichtiger erster Schritt. Das Recht der Endnutzer, ihr eigenes Gerät und Betriebssystem zu verwenden, ist ein wichtiger Faktor, um den Zugang von Betriebssystemen mit Freier Software zu den dominierenden Plattformen zu gewährleisten. Da das für viele Nutzer alltägliche Realität ist, vergrößert diese Option die Zielgruppe für die Einführung Freier Software.

Das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act) schützt die Nutzer, da es eine strengere Zustimmung für vorinstallierte Anwendungen verlangt, die Bindung an einen bestimmten Anbieter verhindern soll und die Übertragbarkeit von Daten in Echtzeit fordert. Wir bedauern jedoch, dass bei der Abstimmung die Festlegung offener Standards als Voraussetzung für die Definition der Interoperabilität nicht in Betracht gezogen wurde.

Fehlen von Freier Software kostet Stockholm 100 Millionen Euro

Mit Hilfe von Skolplattformen ("Schulplattform"), einer von der Stadt Stockholm angebotenen digitalen Plattform, erhalten Eltern in Stockholm Informationen über die Schulen oder Kindergärten ihrer Kinder direkt auf ihre Geräte. Sie kostete schätzungsweise 100 Millionen Euro, und obwohl sie öffentlich finanziert wurde, war der Code von Skolplattformen unfrei. Die Eltern entdeckten Unregelmäßigkeiten und Sicherheitsprobleme in der Plattform und machten sich daran, die Fehler selbst zu beheben. Sie schufen eine funktionelle und sichere Alternative mit Freier Software, Öppna skolplattformen ("Offene Schulplattform"). Die Stadt Stockholm ergriff rechtliche Maßnahmen gegen die Entwickler, die helfen wollten.

Interview mit Christian Landberg und Alexander Crawford von Öppna skolplattformen

Wir führten ein Interview mit Christian Landberg und Alexander Crawford, zwei Hauptakteuren der Initiative. Laut Alexander Crawford verändert Öppna skolplattformen die Diskussion über zivile Technik und die Digitalisierung des öffentlichen Sektors.

Infrastruktur, die die Ideale der Softwarefreiheit lebt

Können Organisationen mit begrenzten Ressourcen digital souverän sein und trotzdem moderne Dienstleistungen anbieten? Es ist nicht trivial, aber die FSFE beweist, dass es möglich ist. Wir haben unsere Kontrolle über Dienste und Server durch den Einsatz Freier Software maximiert. Wir demonstrieren interne und externe Transparenz. Die Komplexität unserer Systeme ist erträglich, während wir eine Vielzahl nützlicher Funktionen anbieten.

Die FSFE gibt in einem Artikel einen Überblick über ihre digitale Infrastruktur, der anderen NGOs helfen könnte, von proprietären Dienstanbietern unabhängig zu werden. Wir nehmen dich mit auf eine Reise durch unsere Infrastruktur und ihre Prinzipien, von den glänzenden Benutzeroberflächen unserer Dienste über die Virtualisierungsmethoden und die Überwachung bis hin zu den Bare-Metal-Servern, auf denen sie laufen. Unsere Infrastruktur wird vom System-Hackers-Team verwaltet.

Interview mit Vincent Lequertier über KI

Vincent Lequertier ist Mitglied des System-Hackers-Teams und ein Forscher für künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen. Für 20-jährige Jubiläum der FSFE haben wir Vincent zu entscheidenden Aspekten der künstlichen Intelligenz befragt. Transparenz in der KI ist notwendig, um zu bewerten und zu verstehen, wie Daten verarbeitet und Ergebnisse berechnet werden. Freie Software kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, KI transparenter zu machen.

Vincent Lequertier stellt wichtige Punkte zum Thema KI vor auf einem FSFE-Community-Treffen in Bozen, Italien, 2019.

Vincent stellt fest, dass im Gesundheitssektor einige aggregierte Statistiken weithin verfügbar sind. Seiner Einschätzung nach werden sich Offenheit und kollaborative Aspekte der KI-Forschung verbessern. In dem Interview werden brandaktuelle Themen angesprochen, wie z. B. die Möglichkeit, dass KI das Recht erhalten könnte, Urheberrechte zu beanspruchen.

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